Inhaltsverzeichnis

2.8 Der Niedergang des deutschen Schulwesens

Migrantenkinder sind ‚unsere‘ Zukunft. Ein Blick auf die demographische Entwicklung zeigt, wie sehr ‚wir‘ diese Kinder brauchen: In 20, 30 Jahren erwarten ‚wir‘ von diesen Kindern, daß sie innovativ und verantwortungsbewußt dieses Land tragen.“597

„‚Wir‘ können auf kein einziges Talent, auf keinen Menschen598 in ‚unserer‘ Gesellschaft verzichten.“599


Der englische Nobelpreisträger Bertrand Russell stellte fest: „Die Entwicklung Deutschlands von 1871 bis 1914 zeigte soviel Tatkraft, Fähigkeiten und Begabungen, wie sie keine Nation jemals zuvor bewiesen hat. Die Deutschen verfügten über eine bessere Bildung als die Franzosen, Engländer oder Amerikaner; sie besaßen mehr technische Fachleute auf allen Gebieten. Doch ohne die Hilfe einer tüchtigen, ehrlichen Bürokratie hätte die deutsche Wirtschaft sich nicht zu dem entwickeln können, was sie wurde.“

Für Medizin, Chemie und Physik werden von 1901 bis 1919 neunundvierzig Nobelpreise an Wissenschaftler aus dreizehn Ländern verliehen. Allein siebzehn Nobelpreise entfallen hiervon auf deutsche Wissenschaftler. Die deutsche Unterrichtsverwaltung, die einheitliche Ausbildungsziele vorgibt, Prüfungsordnungen festlegt, die Ausbildung der Lehrer bestimmt und für ständige Anpassung der Lehrpläne an die jeweiligen Gegebenheiten sorgt, schafft ein Bildungsniveau in Deutschland, das unter allen Ländern der Erde seinesgleichen sucht. Diesem preußischen Bildungssystem verdankt Deutschland nach der staatlichen Einheit von 1871 seine wissenschaftliche und industrielle Spitzenstellung. Der englische Physiker John D. Bernal stellte 1967 fest: „Deutschland begann die wissenschaftliche Welt zu beherrschen.“600

Michael Paulwitz beschreibt zur die Gegenwart: „Die deutschen Eltern sind verunsichert. Im Zeitalter der Industrialisierung konnte das deutsche Schulwesen noch als eines der besten der Welt gelten. Doch im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert ist es vom Vorbild zum Patienten geworden. Von ‚Pisa‘601 und ‚Rütli‘ erschüttert, mit einer alarmierenden Analphabetenrate geschlagen, stimmen die Deutschen eifriger als andere mit ein, wenn ihrem Schulsystem Totalversagen attestiert wird. Die zunehmende Flucht aus dem staatlichen Schulsystem ist Ausdruck dieser Verunsicherung. Ursache zwei: Das deutsche Schulsystem wird mißbraucht. Es soll als gesellschaftlicher Reparaturbetrieb für Werteverlust und gescheiterte Einwanderungspolitik herhalten. Das ‚Arbeiterkind‘ der Siebziger wurde vom verwahrlosten Prekariersprößling und dem ‚Migrantenkind‘ aus integrationsunwilligen Parallelgesellschaften als Hauptzielgruppe abgelöst. … Davor rettet sich unter den Leistungs- und Aufstiegsorientierten, wer kann. Die dritte Ursache schließlich – das im Grundsatz bewährte deutsche Schulsystem verliert zusehends seine Basis. Heutige Bildungsreformer haben es nicht mehr mit einer ethnisch homogenen, klassenübergreifend an bürgerlichen Bildungsidealen orientierten Nation zu tun. Welche Schulreform soll Halbwüchsige aus generationenaltem ‚Sozialhilfeadel‘, denen als höchstes Lebensziel ‚Hartz IV‘ einfällt, und libanesische Kinderbandenchefs zu erfolgshungrigen Schulgängern machen? Keine Bildung-sanstalt der Welt kann ausgleichen, was das Gemeinwesen an Weichenstellungen, von der Werteorientierung bis zur Einwanderungspolitik, versäumt hat.“602

Im April 1970 lebten in den Ausländerfamilien in der Bundesrepublik Deutschland 557.000 Kinder, davon 211.000 im schulpflichtigen Alter.603

Von 1970 bis 1975 kamen in der Bundesrepublik Deutschland rund 600.000 Kinder von Ausländern zur Welt.604 Innerhalb von 15 Jahren – vom Schuljahr 1965/66 bis zum Schuljahr 1980/81 – hatte sich die Gesamtzahl der ausländischen Schüler verzwanzigfacht: von 35.000 auf 637.000.605

Kamen in Nordrhein-Westfalen 1969 noch 44 Grundschüler auf einen ausländischen Mitschüler, hatte sich das Verhältnis innerhalb von fünf Jahren auf 16:1 verändert. An den Hauptschulen lag so das Verhältnis 1969 noch bei 70:1, 1974 bereits bei 19:1. Dabei handelt es sich um Durchschnittswerte des bevölkerungsreichsten Landes, in Ballungszentren wie Duisburg oder Essen sah die Situation bereits deutlich anders aus. Wolfgang Bodenbender, Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung vermerkte 1976: „Das deutsche Schulsystem war auf den ungeheuren Ansturm der Ausländerkinder überhaupt nicht vorbereitet und war hinsichtlich der daraus entstehenden Probleme völlig überfordert.“ Detlef Friberg und Manfred Hohmann ergänzen: „Die Konzeptlosigkeit in der Ausländerpolitik wirkt sich auch auf die Bildungspolitik aus. Sie führt immer wieder zu ad-hoc-Regelungen, die unter Handlungszwang getroffen werden, begünstigt das Entstehen nationaler Ghettos auch im Schulsystem und erschwert letztendlich das Zusammenleben zwischen Deutschen und Ausländern.“

[12, Seite 269, 270]

MAINZ. Eva Frank, stellvertretende Schulleiterin der Goethe-Hauptschule in der Mainzer Neustadt, schlägt Alarm: „Gewalt, Vandalismus und Pöbeleien nähmen im Schulalltag derart zu, daß die Schulleitung mit ihrem Latein am Ende sei. Im Ortsbeirat Neustadt nahm Frank kein Blatt vor den Mund, als sie die Situation schilderte. Der Sittenverfall sei dramatisch: Sachbeschädigungen, Pöbeleien, Gewalt bis hin zu Raubdelikten stünden auf der Tagesordnung, immer öfter müsse die Polizei kommen. Ihr bitteres Fazit: ‚Alle pädagogischen Ansätze sind gescheitert‘. Als eine der Ursachen nannte Frank den kulturellen Hintergrund der muslimischen Kinder: ‚Die Mädchen dürfen daheim nichts und explodieren in der Schule; die Jungen sind zu Hause die Kronprinzen und führen sich bei uns ebenso auf. Mit diesen Zuständen haben alle Hauptschulen zu kämpfen‘, präzisierte Frank gestern auf Anfrage der Allgemeinen Zeitung.“606

BERLIN. „Notwendiges Unterrichtsmaterial wird nur von wenigen Schüler/innen mitgebracht.

Die Gewaltbereitschaft gegen Sachen wächst: Türen werden eingetreten, Papierkörbe als Fußbälle mißbraucht, Knallkörper gezündet und Bilderrahmen von den Flurwänden gerissen. Werden Schüler/innen zur Rede gestellt, schützen sie sich gegenseitig. Täter können in den wenigsten Fällen ermittelt werden. Laut Aussage eines Schülers gilt es als besondere Anerkennung im Kiez, wenn aus einer Schule möglichst viele negative Schlagzeilen in der Presse erscheinen. Unsere Bemühungen die Einhaltung der Regeln durchzusetzen, treffen auf starken Widerstand der Schüler/innen. Diesen Widerstand zu überwinden wird immer schwieriger. In vielen Klassen ist das Verhalten im Unterricht geprägt durch totale Ablehnung des Unterrichtsstoffes und menschenverachtendes Auftreten. Lehrkräfte werden gar nicht wahrgenommen, Gegenstände fliegen zielgerichtet gegen Lehrkräfte durch die Klassen, Anweisungen werden ignoriert. Einige Kollegen/innen gehen nur noch mit dem Handy in bestimmte Klassen, damit sie über Funk Hilfe holen können. Die Folge ist, daß Kollegen/innen am Rande ihrer Kräfte sind. Entsprechend hoch ist auch der Krankenstand, der im 1. Halbjahr 05/06 höher war als der der Schüler/innen.

Auch von den Eltern bekamen wir bisher wenig Unterstützung in unserem Bemühen, Normen und Regeln durchzusetzen. Termine werden nicht wahrgenommen, Telefonate scheitern am mangelnden Sprachverständnis. Wir sind ratlos.“607

Schulalltag in der ‚bunten Republik‘

Grund für die zugespitzte Stimmung an der Hauptschule Nikolaus Kopernikus in Garbsen ist ein Brandbrief, den der scheidende Direktor der Schule, Albert Seufer, jüngst an die Landesschulbehörde und die Polizei gerichtet hat. Das Schriftstück gelangte am Donnerstag an die Öffentlichkeit und befeuert nun eine lebhafte Diskussion über die Zustände an der Garbsener Hauptschule. In dem Brief berichtet der Schulleiter, der am 30. Juni 2011 in den Ruhestand gehen wird, von beunruhigenden Vorfällen, die dazu geführt hätten, daß einige Lehrer nicht mehr angstfrei zur Schule kommen: Von einem Stuhlwurf nach einer Pädagogin ist die Rede, von eingeschlagenen Autoscheiben und aufgeschlitzten Reifen. Ganz zu schweigen von Pöbeleien, Gewaltandrohungen, Mobbing, Schlägen und weiteren Verhaltensweisen, die ein gerüttelt Maß an Roheit bezeugen. … Die sozialen Spannungen im Garbsener Stadtteil Auf der Horst sind beträchtlich. Menschen aus zahlreichen Nationen leben in der Hochhaussiedlung, viele sind auf Sozialleistungen angewiesen.608

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 25. Juni 1998 von Konrad Schuller:

„Kreuzberger Schulen sahen sich am Rande der Funktionsunfähigkeit, weil plötzlich ganze Jahrgänge kein Deutsch mehr verstanden. Teile der alten (dt.) Einwohnerschaft empfanden die Veränderung ihrer Kieze durch Zuwanderer als Verlust der Heimat.“

DIE WELT schreibt: „In der zehnten Klasse der 8.Sekundarschule in Berlin-Schöneberg ist die Stimmung gut. Gut heißt, daß die deutschen und die arabischen Mädchen hier nicht aufeinander losgehen, so hatte es die Klassenlehrerin beschrieben. Laut Notfall-Plan des Berliner Senats zur Vorbeugung von Gewalt entspricht das Beleidigen von Lehrern, Sachbeschädigung und Anpöbelei Gefährdungsstufe 1. „Du Opfer, du Mißgeburt, du bist häßlich!“ sind Ausdrücke, die im Minutentakt fallen in der Klasse – und zwar sowohl Schülern als auch Lehrern gegenüber. … Herr Peuleke ist seit 1979 Lehrer. Besser geworden ist seitdem nichts. „Als ich vor 32 Jahren als Junglehrer anfing, war die Mehrheit meiner Schüler leistungswillig und leistungsfähig. Es gab nur eine kleine Gruppe von Kleinkriminellen, die sich aber innerhalb der Schule im Allgemeinen unauffällig verhielt“, sagt Herr Peuleke.

„Der Anteil sehr leistungsschwacher Schüler ist von Jahr zu Jahr gestiegen. Viele schwänzen. Wenn ein Viertel der Schüler fehlt, ist es ein ganz normaler Tag. Wenn die Kinder nach der sechsten Klasse aus der Grundschule zu uns kommen, beherrschen viele nicht mal den Stoff einer vierten Klasse.“ … Mit dem Ziel, diese Schüler besser integrieren zu können, fusionierten im vergangenen Jahr Haupt-, Real- und Gesamtschulen zu einer neuen Schulform mit nüchternem Namen: Integrierte Sekundarschule. Daneben existiert in Berlin nun als weiterführende Schule nur noch das Gymnasium. … In den neuen Klassen sitzen nun lernbehinderte Schüler neben solchen, die das Potential für das Abitur haben.

Welche Geräte erzeugen Wärme?“, fragt Rosner. „Kühlschrank!“, sagt Faisal. Rosner schlägt die Hand vors Gesicht. Er schließt er einen Fön an ein Strommeßgerät an. „Was haben wir hier für eine Spannung?“ Seine Frage geht in dem Geschrei unter. „Hier, ich hab Leistung, Herr Rosner!“ „Bist du dumm, ey!“ „Halt die Schnauze!“ „Ey, du Spast!“ Rosner ist schließlich sprachlos. … Englisch, 8. Klasse, 7. Stunde. „Das wird jetzt nicht schön“, sagt Frau Espe.

Sie soll recht behalten. Kurz gibt es Aufmerksamkeit, denn die Schüler befürchten, ich, die Reporterin, sei vom Jugendamt. Als das verneint wird, kehren die Schüler zurück zu ihrer rotzigen Gleichgültigkeit. Es fliegen Kügelchen durch die Gegend, alle reden durcheinander und beschimpfen sich gegenseitig. „Du Opfer!“ „Du Mißgeburt!“ Frau Espe wirft einen Schüler aus dem Klassenraum. … Schnell wird klar: Unterricht ist unmöglich. Also läßt Frau Espe die Schüler Vokabeln abschreiben. … Sie sagt: „Offiziell waren wir eine Hauptschule, aber im Lehrerkollegium wurde oft gesagt, wir sind eigentlich schon eher eine Förderschule.“ Wenn die Matheprüfung besonders schlecht ausgefallen war, wurden in der nächsten Regelprüfung des Schulamts die Anforderungen heruntergesetzt – so auch in Niedersachsen geschehen.

„Wir müssen den Kindern oft banale soziale Verhaltensweisen beibringen“, sagt Frau Espe.

Da schaffen wir es nicht, den Lehrplan durchzuziehen.“ … Da hat es Leon besser getroffen. Auf ihn trifft eine kuriose Faustregel zu, die die Lehrer beobachten: Oft sind die verhaltensauffälligsten Schüler die besten. Der Junge ist Klassenbester und zugleich einer der hoffnungsvollsten Schüler der ganzen Schule. Gegen seine teils sehr aggressiven Mitschüler setzt er sich durch. Wenn er beschimpft wird, poltert er zurück. „Ey, du Christ!“, sagt Faisal, als Leon seinen Pritt-Stift benutzt. Leon guckt so, als ob er Ali jede Sekunde an die Gurgel springt. „War ein Scherz, Mann!“, ruft dieser schnell. Eine Zeit lang trug Leon die Haare lang.

„Die Araber-Jungs haben mich gemobbt und ‚schwule Sau' hinter mir hergerufen“, erzählt er. „Seitdem ich beim Friseur war, ist es besser geworden.“ Der Stoff ist Leon meist zu einfach. Meist sitzt er rum und langweilt sich, dann fängt er an zu stören, wird störrisch oder schaltet ab. Lalin ist neu in der Klasse, seit einem Monat, sie ist Analphabetin und erst im vergangenen Jahr aus den Bergen Kurdistans nach Deutschland gekommen. Mena ist gerade verheiratet worden. Daniel, ein Deutscher, ein schüchterner, kräftiger Junge, duckt sich weg. Bloß nicht auffallen, ist seine Devise. „Man muß sich durchbeißen“, sagt er leise.“609

Der Finne Henrik Holappa schreibt in seinem Artikel „Multikultur – eine unmögliche Vision“:

„Multikulturalismus ist von realitätsfremden Phantasten und verantwortungslosen Politikern über die Völker verhängter Terror! Diesen Völkern wird, und noch dazu gegen ihren Willen, die Unmöglichkeit abverlangt, nicht integrierbare und nicht integrierwillige Fremde in ihre Gemeinschaft zu integrieren, und diese einst funktionierende Gemeinschaft dadurch zu zerstören, wie auch die Sozialsysteme und die Bildung. Daß Finnland im Vergleich mit den besonders in den Schulen erheblich überfremdeten anderen europäischen Ländern als PISA-Sieger hervorging, liegt ursächlich daran, daß finnische Schulklassen – noch – aus finnischen Kindern bestehen. Wir Finnen müssen mit dem Kopf schütteln, wenn wir die so sehr verlogenen Diskussionen zur PISA-Studie im Ausland betrachten, wo alles und jedes als Ursache für schlechte Platzierung angegeben wird, nur nicht der wirklich entscheidende Grund (der massiven Überfremdung).“610

Maria Böhmer bezog sich auf eine Anfang Oktober 2010 abgehaltene Tagung der Berliner Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zum Phänomen der Deutschenfeindlichkeit an Berliner Problemschulen.611 In der Hauptstadt hat dieses Problem offenkundig solche Ausmaße erreicht, daß die Betroffenen – Lehrer in diesem Falle – es trotz eingeübter ideologischer Verdrängungsmechanismen nicht mehr komplett ausblenden und ignorieren können. … Diese neue Tonlage blieb Frau Böhmer nicht verborgen, und so äußerte sie sich zur Deutschenfeindlichkeit – nicht um einen Irrtum einzugestehen, ein Versäumnis nachzuholen oder etwa einen Kurswechsel anzuzeigen, sondern um ein heikles Thema durch verbale Zugeständnisse zu entschärfen und um sich nicht dem Vorwurf der Ignoranz auszusetzen. Nach dem erwarteten Abebben der Debatte würde man wieder zur Tagesordnung übergehen können. Die Einlassung der „Integrationsbeauftragten“ Maria Böhmer steht damit in einer Reihe ähnlicher Stellungnahmen von Politikern, die das aufbrandende Thema zu kurzfristigen Profilierungsversuchen zu nutzen verstanden.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Frank Henkel, griff das Thema in der Aussprache über die Neuverfassung des Berliner Integrationsgesetzes auf.612 Beide Initiativen sind als Entlastungsübungen im Kontext der Sarrazin-Debatte zu verstehen, stießen auf erwartbaren heftigen Widerspruch der politischen Linken und wurden nicht weiterverfolgt. Die Veranlassung für derartige Manöver begründet in schöner Offenheit der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), „es dürfe (in der Öffentlichkeit) nicht der Eindruck erweckt werden, daß Sachverhalte nicht angesprochen würden, weil sie unbequem (für die politische Kaste) seien“.613 Noch unverblümter drückte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel aus, nachdem sie einem Berliner Polizeihauptkommissar gerade mal zehn Minuten gegeben hatte, um vor dem „vierten Integrationsgipfel“ ein knappes ungeschöntes Lagebild zu geben: „Wir müssen die Themen benennen (nicht lösen), damit sie nicht von Rattenfängern benannt werden.“614 [21, Seite 21-23]

Junge Migranten sind die Fachkräfte von morgen“

Über ein Jahr ist seit den Gewaltexzessen an der Berliner Rütli-Schule ins Land gegangen. Geändert hat sich, sieht man von der Anstellung arabischsprechender Schulpsychologen ab, nicht allzu viel. Das Interesse an einer privaten Bestreifung der Neuköllner Schulen ist vor dieser Gewaltkulisse groß. Die Tageszeitung „Berliner Kurier“ titelte: „25 Berliner Schulen bitten um Schutz“. Für die Schulbehörden in der Hauptstadt kommt das einem glatten Offenbarungseid gleich. Denn alle sind sich einig darin, daß selbst die Polizei die Situation nicht mehr in den Griff bekommt. Das räumt auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ein, deren Berliner Bild 95: Schule in Berlin – Mitte615

Landesvorsitzender Eberhard Schönberg in der Presse mit der Feststellung zitiert wird, es sei klar, „daß (dieser) Staat heute nicht einmal mehr unsere Kinder in der Schule schützen kann will“. In einem anderen Berliner Problemviertel, in Spandau, setzt die Schulverwaltung auf ein anderes Konzept: Hier werden die Polizeistreifen inzwischen routinemäßig von Arabern und Türken begleitet, als „personifizierte Deeskalation“, wie es in Polizeikreisen heißt. So oder so: Eine Bankrotterklärung des Staates bedeutet sowohl das Neuköllner wie das Spandauer „Modell“. Denn hier wie dort sind die Behörden nicht mehr in der Lage, an den Schulen – bei denen es sich um Einrichtungen der öffentlichen Hand handelt – die Ordnung aufrechtzuerhalten. In einem funktionierenden Gemeinwesen bedürfte es dazu weder privater Wachdienste, noch türkischer Freizeitpolizisten.

Vor einer neuen Dimension der Jugendgewalt warnen die Richter Kirsten Heisig und Günter Räcke. Es geschieht selten, daß sich Richter an die Öffentlichkeit wenden:

Es sind vor allem die türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen, die vermehrt Gewaltdelikte begehen. Diese Straftäter vergiften die Atmosphäre in ihrem Kiez, auch zum Nachteil der der angepaßt lebenden ausländischen Familien. Die jugendlichen Opfer, überwiegend Deutsche, haben inzwischen schon so eine Art Resignation entwickelt und sagen: „Dagegen können wir nichts machen. Die Gewalt gehört zu unserem Alltag dazu. Das ist eine Dimension, die wir bislang nicht hatten. Und in den letzten zwei Jahren hat sich die Situation weiter verschärft." Im Sicherheitsbericht der Bundesregierung heißt es: Insgesamt nimmt die Jugendkriminalität ab. Außerdem gebe es Hinweise darauf, daß Jugendliche Gewalt als Konfliktlösung zunehmend ablehnen. (Beide lachen auf, schütteln die Köpfe)

RÄCKE: In den von mir erwähnten Bezirken hilft es niemandem, wenn die gesamtdeutsche Statistik erfreulich aussieht. Es heißt ja auch, daß die Zahlen der Gewaltdelikte nur gestiegen seien, weil es eine größere Anzeigebereitschaft als früher gebe. Bei meinen Nachfragen ergibt sich häufig ein gegenteiliges Bild. Viele Raubdelikte kommen gar nicht erst zur Anzeige, weil die Täter drohen: „Wenn das rauskommt, stech' ich dich ab! Da wird der Schülerausweis mitgenommen, um dem Opfer Angst zu machen und zu demonstrieren, daß man seine Adresse kennt. Das ist praktisch Usus."616

Diese abwiegelnde Sichtweise ist Teil der Rechtfertigungsstrategie bundesdeutscher Politiker: Daß Minderheiten „gemobbt“ würden, gebe es überall, meint beispielsweise der Berliner Integrationsbeauftragte Günter Piening; „in Neukölln sind es eben die Deutschen“.617

Angesichts der vielfältigen Formen deutschenfeindlicher Gewalt an Problemschulen, von Raub über Erpressung bis zum tätlichen Angriff, stellt sich vielmehr die Frage, ob nicht bereits der Gebrauch der Bezeichnung „Mobbing“ eine unzulässige Verharmlosung darstellt.“

[21, Seite 33]

Perspektiven? „Ich will Hartz IV werden“, das soll ein arabischstämmiger Rütli-Schüler auf die Frage nach seinen Berufswünschen geantwortet haben. Ein anderer holte seinen Personalausweis heraus und rief: „Ist doch egal, ihr könnt mich jetzt nicht mehr ausweisen.“

Diese Welt ist hinreichend bekannt: Aufklärung? Bildung? Lernen, für Zensuren, vielleicht sogar fürs Leben? Was soll der Scheiß? So reden die Bewohner dieser Welt. Ey, Mann, ey. Nutte. Killer. Krass.‘ Es gibt viele „sch“- und „ch“-Laute in dieser Sprache.

‚Dreckische Deutsche‘, so reden sie. Respekt bekommt, wer die eigene, also die türkische oder libanesische Schwester vor Sex und Liebe und diesem großen glitzernden Westen schützt und selbst deutsche Schlampe fickt.618

Rund zweieinhalb Jahre nach dem Brandbrief der Berlin-Neuköllner Rütli-Schule sorgt ein Hilferuf aus dem Bezirk Mitte erneut für Schlagzeilen. Alle Schulleiter der 68 Grund-, Real- und Hauptschulen sowie Gymnasien von Berlin-Mitte haben vor dem bildungspolitischen Aus im Bezirk gewarnt. … Die Schulleiter schreiben in ihrem Brief an Bezirksbürgermeister Christian Hanke, den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Bildungssenator Jürgen Zöllner (alle SPD): „Gute Schüler fliehen in Scharen aus dem Bezirk oder aus dem öffentlichen Schulsystem.“ Der Brandbrief zeigt erste Wirkung. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer, lädt die Lehrer ins Kanzleramt ein.619

Die selbst kinderlose Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) sagte 2010: „Junge Migranten sind die Fachkräfte von morgen. Das ist eine zentrale Botschaft der Initiative“.620

Der 13-jährige Lukas steht vor seiner neuen Schule und redet munter mit Freunden aus seiner Klasse. Vor einigen Monaten war das noch unvorstellbar: Ein Jahr lang besuchte er eine Kreuzberger Sekundarschule und wurde dort von seinen türkischen und arabischen Mitschülern so lange gemobbt, bis die Mutter die Notbremse zog und ihn die Schule wechseln ließ. …

Im Nachhinein macht sich Lukas' Mutter Vorwürfe, daß sie bei der Anmeldung ihres Sohnes an der Kreuzberger Sekundarschule so blauäugig sein konnte. Die Schulleiterin habe ihr bei dem Vorstellungsgespräch versprochen, daß in den siebten Klassen mindestens 40 Prozent der Schüler deutscher Herkunft seien, sagt die Mutter. … Ein Blick auf den Schulhof hätte ihr verraten, daß das eine Lüge war, sagt sie heute. Der tatsächliche Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund liege bei mehr als 90 Prozent. Die angebliche Mensa entpuppte sich als Caféteria, in der lediglich türkische Pizza und Börek verkauft wurde. Nur drei Schüler in der Klasse von Lukas waren deutscher Herkunft, in den Parallelklassen waren es noch weniger.

Sie alle wurden von den Mitschülern ausgegrenzt und beschimpft, erzählt Lukas. „Wir wurden als Ausländer bezeichnet", sagt er. Ab und zu hätten sich die anderen den „Spaß" gemacht und alle blonden Schüler auf der einen Seite und alle schwarzhaarigen auf der anderen Seite antreten lassen, nur um zu zeigen, daß die anderen in der Übermacht sind. … Die Lehrer seien nicht eingeschritten. Die Lehrerin machte schließlich den Vorschlag, daß sich Lukas und die Mitschüler zusammensetzen und aussprechen sollten. … Tatsächlich will die Bildungs-verwaltung die Diskriminierungen von deutschen Kindern zunächst in einer Statistik erfassen, um zu sehen, ob es sich hierbei tatsächlich um ein Problem handelt.“621

Über viele Jahrhunderte ihrer gemeinsamen Vergangenheit haben die Deutschen unzählige Auf’s und Ab’s erlebt. Aber es dürfte wohl einmalig in ihrer Geschichte sein, daß sie eine Staatsführung haben, welche die allgemeine Losung postuliert, wonach die Zukunft der deutschen Bevölkerung im Nachwuchs fremder Ausländerpopulationen zu finden sei. Ein allgemeiner Blick in die Lebensumstände der Herkunftsländer genügt bereits um feststellen zu können, ob eine dauerhafte Massenzuwanderung den eigenen Ab- oder Aufstieg bedeutet. Kulturelle Eigenheiten, aber vor allem volksspezifische Charakteristika (‚Volkscharakter’) begründen den Wohlstand von Gemeinschaften. Auch den Deutschen wurde nichts geschenkt, sondern seinen Aufstieg verdankt es einzig und allein harter Arbeit und seinem Erfindergeist.

„Evolutive Intelligenzunterschiede zwischen Rassen und Völkern werden heute oft schlankweg geleugnet, denn sie sind bei der Globalisierung und Multikulturalisierung, also bei der Auslöschung der Nationalstaaten622, hinderlich.“ [15, Seite 167]

Bei der Berliner Mädchenberatungsstelle Wildwasser findet Lena inzwischen Hilfe. Monatelang wurde sie geschlagen, gefesselt, gedemütigt. Der Haupttäter zwang Lena zum Sex mit seinen Freunden auf der Schultoilette und kassierte. In der Schule ging sogar eine Preisliste um. Dazu Ursula Woywodt von Wildwasser: „Lena ist eine Deutsche. Und ich denke, mit ihren eigenen Mädchen oder Frauen hätten sie das nicht gemacht, weil die Entwertung der deutschen Mädchen und Frauen noch einmal eine andere ist als die der eigenen." In der Schule will niemand etwas von Lenas Qualen mitbekommen haben und auch nichts von der Bedrohung durch die Täter. Dabei, so Lena, traute sie sich manchmal nach den Qualen nicht mehr in den Unterricht zurück: „Ich habe geweint und bin erst mal zur Mädchentoilette gegangen und habe mich da erst mal gewaschen."

Der Tatort war die Carlo-Schmidt Oberschule in Berlin-Spandau. Es dauerte fast ein Jahr, bis Lena die Schulleiterin ins Vertrauen zog. Die erstattete Strafanzeige und die Staatsanwaltschaft begannen mit ihren Ermittlungen. ... Von der Schulleiterin fühlt sich Lena im Stich gelassen. Wenn sie die Namen nenne, wurde ihr versichert, würden die Täter von der Schule verwiesen werden können. Doch das war dann doch nicht möglich, hieß es. So hatte Lena noch Tag für Tag gemeinsamen Unterricht mit dem mutmaßlichen Vergewaltiger, ein Martyrium. Für die Rechtsanwältin Änne Ollmann ist das ein eindeutiges Signal: „Was die Schule damit sagt, ist: Wir als Schule haben versagt, wir können mit einer solchen Situation nicht umgehen. Anscheinend haben sie es nicht gelernt, mit solch einer Form der Gewalt umzugehen und das ist ein völliges Versagen dieser Schule." Für Schulleiterin Gabriele Pobloth dagegen gilt die Unschuldsvermutung für die Täter. Erst wenn sie rechtskräftig verurteilt würden, könne sie sie von der Schule weisen, sagt sie. Dem widerspricht der vorgesetzte Schulsenat.

...Mandy (14) will nicht erkannt werden. Sie hat Angst, daß es in der Schule sonst noch schlimmer wird. BILD sprach mit Hauptschülerin Mandy (14). Sie sagt: „Bei uns ist es noch schlimmer als auf der Rütli-Schule. Wenn ich morgens hingehe, habe ich Angst. Es wird geprügelt, gegrapscht und gedealt.“ Weiter: „In meiner Klasse gibt es nur vier Deutsche, alles andere sind Türken, Albaner und Araber. Die haben die Macht, tragen Waffen und drohen den Lehrern, sie kalt zu machen. Während des Unterrichts hört niemand zu, die Lehrer werden bespuckt, deutsch wird kaum geredet“. Das Mädchen: „Die Pausen sind der Horror. Die deutschen Jungs werden verprügelt, mit Messern angegriffen. Den Mädchen zwischen die Beine gefaßt. Sie nennen uns ‚deutsche Schlampen‘ ‚Nuttentöchter‘ oder ‚Spermaeimer‘. Die Lehrer machen nichts, schauen einfach weg. Die haben genauso viel Angst wie wir.“

Oft versteckt sich das Mädchen während der Pause auf der Toilette. Sie sagt: „Das ist der sicherste Ort. Dort sind die mit Dealen beschäftigt, lassen uns in Ruhe.“ Dann geht es wieder in den Unterricht. Aber es ist unmöglich, etwas zu lernen. Stunden fallen aus, weil sich Lehrer krank melden oder den Unterricht abbrechen. Einen „Ausreißer“ nannte Bildungssenator Klaus Böger (SPD) die Rütli-Schule.623

1976 schreibt Bodenbender: „Die zunehmende räumliche Konzentration der Ausländer, die verstärkte Ghettobildung, die Veränderung der ethnischen Struktur und die Verschärfung der Schulprobleme der Ausländerkinder haben eine bedrohliche Lage geschaffen, weil alle diese Faktoren die soziale Integration stark behindern bzw. sogar verhindern.“624

DORTMUND. Die Albrecht-Brinkmann-Grundschule erinnert an ein Treffen der „Vereinten Nationen“. „In diesem Jahr haben wir von 130 Erstklässlern nur sechs Kinder mit deutschen Eltern“, sagt Schulleiter Martin Nölkenbockhoff (47). „Der Ausländeranteil liegt bei über 90 Prozent. Aber eine Klasse wie die 1e, in der es kein deutsches Kind gibt, hatte der erfahrene Pädagoge bislang noch nie. Konflikte der Kulturen? Integrationsprobleme? „Haben wir hier zum Glück nicht“, sagt Nölkenbockhoff. Der kleine Philemon (6) aus Ghana jedenfalls freut sich über seine Multi-Kulti-Klasse: „Mit Kindern aus so vielen verschiedenen Ländern zur Schule zu gehen, finde ich toll!“ Lehrerin Tanja Wagner (33), die einzige Deutsche in der Klasse:

„Für uns ist das inzwischen Alltag, wir können damit umgehen.“625

Eberhard-Klein-Oberschule, Mittwoch, 5. Stunde. Auf dem Plan der 7. Klasse steht Erdkunde. Die Schüler sollen einen Text vom Arbeitsblatt abschreiben. Aber Hassan schreibt nicht mehr, er ist wütend. In lautstarkem Türkisch herrscht er seine Nachbarin Ayse an. Die giftet zurück. „Hassan“, ermahnt Lehrerin Gabriele Heinze, „du bist an einer deutschen Schule, also redest du auch Deutsch!“ Hassan starrt auf sein Arbeitsblatt und zischt noch ein paar Sätze Richtung Lehrertisch hinterher – auf Türkisch. Daß es nichts Versöhnliches war, kann sich Gabriele Heinze denken. Verstehen kann sie die Muttersprache ihrer Schüler nicht. Bild 96: Das Kottbusser Tor Berlin.

An der Schule sind „wir die Ausländer“, sagt die 49-jährige. Die Kreuzberger Haupt- und Realschule ist Berlins erste Schule, an der es keine deutschen Schüler mehr gibt. Die letzten vier sind Ende vergangenen Schuljahres abgegangen. Und es werden auch keine mehr kommen. Davon ist Schulleiter Bernd Böttig überzeugt: „Selbst wenn ich die Schule vergolden lassen würde.“ Die wenigen deutschen Eltern, die es in den vergangenen Jahren immer mal wieder gewagt hätten, „haben ihre Kinder spätestens nach der Begrüßungsfeier wieder abgemeldet“, sagt Böttig. Mittlerweile rate er von vornherein ab. „Ich kann das pädagogisch nicht verantworten.“ Gabriele Heinze kennt die Skrupel. Beim Erdkundetest, den sie heute in der 7. Klasse zurückgegeben hat, ist keine Arbeit besser als Fünf ausgefallen. Aus einer Reihe vorgegebener Worte mußten die Schüler Satzlücken mit den richtigen Begriffen ausfüllen. Mohammed hat es zumindest versucht. „Wichtiger Bodenschatz in der Nordsee ist Taiga“, hat er eingetragen. Dabei sei diese Siebte „schon ein guter Jahrgang“, sagt Gabriele Heinze.

„Vor allem sind alle bemüht.“ Ihre Chancen auf Schulerfolg stehen dennoch schlecht, da macht sich die Lehrerin keine Illusionen: „Außerhalb des Unterrichts sprechen diese Schüler so gut wie kein deutsches Wort mehr, und ihre Erfahrungswelt endet am Kottbusser Tor.“ 342 Schüler lernen an der Eberhard-Klein-Schule, davon sind 80 Prozent Türken, etwa 15 Prozent Araber, wenige Albaner, Jugoslawen, Afrikaner, Vietnamesen.“626

„Hauptschulen sind in einigen Ländern eine Art Restschule geworden“, sagt denn auch der Chef des deutschen Pisa-Teams und Mitglied des Aktionsrats, Manfred Prenzel. Selbst gestandene Hauptschulleiter fordern die Abschaffung ihrer Schulform. … Das System funktioniere einfach nicht mehr, respektloses Auftreten der Schüler, Gewalt, Diebstahl, Sachbeschädigung und permanente Unterrichtsstörungen – so sehe der Alltag aus. Ein hoher Anteil der Schüler komme inzwischen aus problematischen (ausländischen) Elternhäusern, und genau diese Probleme potenzieren sich durch die sinkenden (deutschen) Schülerzahlen weiter, erläutert Schulleiter Roth: „Wir stoßen an Grenzen, daß Schulmilieu wird kritisch.“

Mehr Praxisorientierung, kleinere Klassen, Ganztagsbetrieb – all das haben sie in der Hauptschule in Schifferstadt schon. Dazu Betriebspraktika, Schulsozialarbeit und viele neue Projekte – „es hat uns überhaupt nichts genutzt“, bilanziert Roth resigniert.“627

„Als Christoph ein kleiner Junge war, wußte er sehr genau, was zu tun sei. Tauchten am Ende einer Straße türkische und arabische Nachbarjungen auf: mindestens die Straßenseite wechseln, am besten einen Umweg nehmen. Es hat nicht immer geklappt, dann gab es Prügel und Beleidigungen. Er war eben das ideale Opfer, ein deutsches Kind, Angehöriger einer Minderheit im Kiez, noch dazu allein. Das ist fast zwanzig Jahre her. Eine Schule des Lebens nennt der junge Mann heute sarkastisch diese ungemütlichen, angstbesetzten Heimwege. Sie habe ihn früh resistent gemacht gegen multikulturelle Beschwörungsrituale, öffentlichen Beistand habe er nie erwartet, weil die Erwachsenen ja dazu schwiegen; wohl aus Furcht, glaubt er, in die Rechtsradikalenecke gestellt zu werden oder als Ausländerfeind zu gelten.“628 Jede höhere Tiergattung verteidigt seine Jungen, und nur eine viehische (seelenlose / egoistische) Gesellschaft verweigert dem eigenen Nachwuchs jeglichen Schutz.

Versklavung deutscher Schüler“: Das Kanzleramt erteilt Medien Maulkorb

Nach Vorfällen von Deutschenfeindlichkeit, Gewaltvorfällen und Antisemitismus an Schulen in sozial schwierigen Gebieten der Stadt, wird nun ein weiteres Problem bekannt: Schüler lassen schwächere und jüngere Schüler für sich arbeiten und unterdrücken sie. So jedenfalls schildert es der Neuköllner Polizeihaupt-kommissar Christian Horn (47). Er berichtete beim Integrationsgipfel der Bundeskanzlerin am 3. November über seine Arbeit in der Polizeidirektion 5, zuständig für die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. … „Körperliche Gewalt, bis hin zur schweren und gefährlichen Körperverletzung, ganz zu schweigen von verbaler oder psychischer Gewalt, ist keine Seltenheit“, sagte Horn vor den etwa 120 Teilnehmern. „Auch Erpressungen und Nötigungen sind an Schulen nahezu an der Tagesordnung; selbst Fälle regelrechter Versklavung von Mitschülern sind uns bekannt geworden.“ Diese Gewalt richte sich gegen Mitschüler ebenso wie gelegentlich gegen Lehrer und Lehrerinnen.“629

„Gut zehn Minuten sprach Polizeihauptkommissar Horn – und erntete sehr viel Beifall. Kanzlerin Merkel lobte: „Was Herr Horn erzählt hat, ist die Lebensrealität vieler Menschen, wir dürfen uns davon nicht entfernen. Wir müssen die Themen benennen, damit sie nicht von Rattenfängern benannt werden.“630

„Bundeskanzlerin Merkel will verhindern, daß Medien über die besorgniserregenden Zustände in Berliner Migrantenvierteln berichten. Brisante Informationen und Berichte der Polizei vom Integrationsgipfel Anfang des Monats (November 2010) sollen vorerst unter Verschluß gehalten werden. Laut Redeprotokoll, daß unserer Redaktion vorliegt, schlug einer der zuständigen Polizeihauptkommissare Alarm. Er berichtete von täglicher massiver Gewalt an Schulen und einer so wörtlich: „regelrechten Versklavung deutscher Schüler durch Migranten.“

Gespräche mit Journalisten oder Veröffentlichungen wurden dem Beamten darauf untersagt!

Lehrer, die an der Kanzleramtsrunde teilnahmen, dürfen ebenfalls weder über die Probleme sprechen, noch die Namen der betroffenen Schulen nennen. Ein Berliner Sozialarbeiter hatte sich in der Öffentlichkeit sich zu der Deutschfeindlichkeit an den Schulen geäußert und wurde daraufhin entlassen. Wie es heißt, hätten die türkisch- und arabischstämmigen Eltern seine Entlassung gefordert, weil er offen über die gegenwärtigen Probleme gesprochen hatte.“631

Natürlich erfolgt der „Maulkorb“ aus dem Kanzleramt nicht, weil momentan eine konzertierte Aktion seitens der Bundesrepublik erfolgt, sondern weil die Herrschenden einen weiteren Macht- und Ansehensverlust bei der deutschen Bevölkerung entgehen wollen. Der zuverlässigste Verbündete dieser ‚Demokraten’ bleibt stets die Blödheit und Uneinigkeit der großen ‚Masse’.

Berlin - Es beteiligten sich Lehrer von mehr als 50 Grundschulen. Das Protestschreiben der Initiative „Grundschulen im sozialen Brennpunkt“ an Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) richtet sich gegen die umstrittenen Vergleichsarbeiten in den dritten Klassen. Es sei eine „Form der Diskriminierung“, wenn Kinder aus sozialen Brennpunkten die Aufgaben lösen müßten, die für Schüler „normal geförderter Mittelstandsfamilien“ konzipiert seien. In den drei bundesweiten Vergleichstests wird seit 2007 Rechtschreibung, Mathematik und Lesen geprüft.

In dem Brief heißt es, Schüler seien oft außerstande, Fragen der Deutscharbeiten zu durchdringen, und auch die meisten Mathematikaufgaben seien „nicht lösbar“, weil die Kinder die dazugehörigen Texte nicht verstünden. Die nächsten Arbeiten sind für Ende April bis Anfang Mai geplant. Nach Tagesspiegel-Informationen wird in Kreisen der Grundschullehrer diskutiert, die Tests zu boykottieren. Unter ihren Schülern stammen 70 bis über 90 Prozent der Kinder aus Einwandererfamilien, viele der Schulen liegen in sogenannten Problemkiezen.632

„Die Integration von Einwanderergruppen sei in der Großstadt weitgehend gescheitert“, erklärt Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD).633

... Immer wieder fallen die Worte Ehre und Stolz. Es sind ihre wichtigsten Werte. Niemand darf sie beleidigen. „Zuschlagen“, sagt Arkan, „ist ein Kick.“ Für die Opfer ist es ein Trauma. Wie für Jonathan, ein blasser, schmaler Junge von 15 Jahren. Eines Tages auf dem Weg zur Schule kreisen ihn zehn Jugendliche mit Migrationshintergrund ein. „Hast ein Handy?“ Sie durchsuchen ihn, nehmen ihm Handy und Geld ab, er zittert vor Angst. „Wenn du jemandem was sagst, bringen wir dich um.“ Sie schlagen Jonathan ins Gesicht. In der Schule und zu Hause erzählt er nichts, er schämt sich, hat Angst. Aber der erste Überfall war nur der Beginn, monatelang wird er bedroht, geschlagen, beraubt. Irgendwann gibt er das Geld freiwillig, es wird zu einer Art Wegezoll. Drei Monate später besucht seine Klasse die von der Polizei betreute Jugendrechtsinitiative Neukölln. ... Der Schüler ist fast der einzige Deutsche in der Klasse, ein Außenseiter, aber nach seinem Auftritt gratulieren ihm die anderen. Der seltene Zuspruch macht Jonathan Mut, den Polizisten zu fragen, ob er mal mit seiner Mutter vorbeikommen könne. Als der Junge mit der Mutter kommt, redet er nur zögerlich. Die allein erziehende Mutter weint, sie hört die Geschichte zum ersten Mal. „Das Problem ist, daß sich kaum jemand traut, die Täter anzuzeigen“, sagt der Jugendbeauftragte.“634

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Montag berichtete, war zuletzt eine großangelegte Werbung der Berliner Feuerwehr und der Handwerkskammer um Auszubildende aus Einwandererfamilien wenig erfolgreich. Fast sechzig Prozent der 400 Bewerber scheiterten bereits an einem „simplen Sprach- und Lesetest“. Unter den erfolgreichen Absolventen aller Prüfungen befand sich kein einziger „Migrant“.635

„Die dumpfe Wut und die Gewalt, mit der die Neuköllner Lehrer nicht mehr fertiggeworden sind, wird früher oder später auf der Straße landen. Dann werden auch andere Bürger sie zu spüren bekommen, auch in den sogenannten besseren Bezirken. Die wenigen deutschstämmigen Schüler in Neukölln, die dort „Schweinefleischfresser“ heißen, wissen immerhin schon, was nach der Schule auf sie zukommt: ein Leben als (unterdrückte) Minderheit.“636

Gilles Duhem, der im Berliner Rollbergviertel für das Quartiermanagement gearbeitet hat – und inzwischen stadtbekannt dafür ist, gerade in Integrationskonflikten kein Blatt vor den Mund zu nehmen. „Wir haben hier Jugendliche“, so sagt er zum Beispiel, „die klagen: Ich habe keine Lehrstelle gekriegt, weil ich Araber oder Türke bin. Und ich gucke mir die an und sage: Nein, du hast sie nicht bekommen, weil du nicht gut genug bist. Zieh dir ein sauberes Hemd an, lerne den Unterschied zwischen neun Uhr und zwölf Uhr, vollständige Sätze schaden auch nicht und, daß man nicht nachts im Innenhof herumschreit, die Babywindeln aus dem Fenster schmeißt oder den Müll im Hof liegen läßt.“637

„Paul Reiter, 47, Englisch- und Französischlehrer an einer Bochumer Gesamtschule, erlebt die Folgen der selbst gewählten aggressiven Ausgrenzung immer wieder im Klassenzimmer.

Er kenne etliche „Schulversager mit Goldkettchen“, die durch antiamerikanische, antijüdische und sexistische Sprüche auffielen. Sie redeten deutsche Frauen regelmäßig als „Nutten“ an. Lehrerinnen versuchten, in manchen Klassen im Unterricht „einfach nur zu überleben“.638

Die Gewaltvorfälle gegen Lehrer in der Hauptstadt explodieren, waren es 2004/05 196, wurden im darauffolgenden Jahr 374 Pädagogen Opfer schulischer Gewalt.“639

Ursula W. zeigt keine Angst. Nicht, wenn sie als Hure beschimpft wird, nicht, wenn sie sich durch das Menschenspalier kämpft, nicht, wenn man ihr vor die Füße spuckt. Sie bleibt gelassen, wenn man sie anschreit, demütigt, auslacht. Sie hat ein bißchen Türkisch und Arabisch gelernt, weil sie wissen wollte, wie man sie beschimpft, aber sie hat sich daran gewöhnt, das hält sie aus. Es sind andere Momente, die Ursula W. das Leben zur Hölle machen, wie sie sagt: Wenn wieder einmal jemand einen Stuhl nach ihr schmeißt zum Beispiel, wenn jemand plötzlich ganz nah kommt und ruckartig den Arm in Richtung ihres Gesichtes bewegt, wenn sie einem ausgebildeten Kickboxer entgegentreten muß oder ihr Gesprächspartner ein Messer zieht. Dann wird sie nervös, dann kommt dieses Zittern und, viel schlimmer: der sehnliche Wunsch, dieser Hölle zu entfliehen, die sie ihren Arbeitsplatz nennt. Wolfgang Schimmang ist Bildungsstadtrat im Berliner Bezirk Neukölln. Seit 35 Jahren beschäftigt sich der Sozialdemokrat mit dem Berliner Schulwesen, war Lehrer, Schulleiter und Leiter des Schulamtes. Schimmang hat es lange im Guten probiert, wie er sagt, doch nun will er private Wachdienste engagieren, die vor den Schulen stehen und für Ordnung sorgen sollen. Seine Parteifreunde, Bildungssenator Jürgen Zöllner und auch Innensenator Ehrhart Körting, lehnen die Idee ab, sie setzen auf Vorbeugung und Sozialprogramme. Der Senat zumindest hat die finanzielle Unterstützung schon abgelehnt.“640

An dieser Schule haben deutsche Kinder Angst. Vor Schlägen. Vor Mobbing. Vor ihren Mitschülern. Gemeint ist die Hauptschule Karnap – eine echte Horror-Schule in Essen (NRW).

Es sind unfaßbare Film-Szenen und Aussagen, die in der ARD-Dokumentation „Kampf im Klassenzimmer“ zu sehen sind. Der Film zeigt, wie sich an einer Schule zwei Lager gebildet haben. Und die deutschen Schüler werden geschlagen und terrorisiert. Denn sie bilden mit nur 30 Prozent die Minderheit. Schuldirektorin Roswitha Tschüter (58): „Die Gewalt geht vor allem von libanesischen Schülern aus.“ Aber auch vor Türken haben die Deutschen Angst. Und das sei nicht nur in Essen-Karnap so: „Das Problem ist weit verbreitet. Wir haben bei bestimmt 50 Hauptschulen in NRW angefragt. Nur diese gab eine Dreherlaubnis. Alle anderen hatten Angst vor der Öffentlichkeit.“ „Die Deutschen sind scheiße. Mit Deutschen ist man nicht befreundet – so denken viele Schüler hier“, erzählt ein Lehrer.“ … Bezeichnend, aber völlig normal für die Bundesrepublik: „Das Schulamt Essen sieht „keine signifikanten Probleme“.641

Dazu ein Repräsentant des Systems, der NRW-Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) sieht den Migrationshintergrund hingegen nicht als Hauptgrund für die Gewalt:

„Ich warne vor Verallgemeinerungen und voreiligen Schlüssen“, so Schneider zu BILD.de. Zwar gäbe es „zu viel Gewalt an deutschen Schulen“, so Schneider: „Studien belegen jedoch, daß dies vor allem mit dem sozialen und familiären Hintergrund der Schüler zu tun hat, nicht aber mit ihrer Zuwanderungsgeschichte.“ Schneider weiter: „Man kann die Politik nicht für alles verantwortlich machen. Politik muß Integration fördern, kann sie aber nicht einfach gesellschaftlich verordnen.“642

Immerhin. Mit Propaganda und Geld stemmt man sich dem allgemeinen Trend entgegen. Dem Bundespropaganda-Ministerium für Bevölkerungsaustausch entnehmen wir: „In Ballungsräumen stammen bis zu 40 Prozent der Jugendlichen aus Zuwandererfamilien. Sie bilden einen riesigen Talentpool, den es zu nutzen gilt.“643

Der etwa 13-jährige deutschstämmige Jonny aus äußert sich bezüglich des ständigen Mobbings durch Türken- und Araberkinder in Berlin-Neukölln: „Ja, hilft ja nur noch Flucht eigentlich. Wenn sie (die Ausländer) stressig werden und so. Kann man ja einfach nur noch umziehen.“644

Die BILD vermerkt zum Thema Bildung und Talente: „So sähen die PISA-Ergebnisse bei Naturwissenschaften aus, wenn Migrations-kinder rausgerechnet werden: Bayern: Schüler ohne Migrationshintergrund: 555 Punkte, Schüler mit Migrationshintergrund in 2. Generation: 449 Punkte, Baden-Württemberg: 548 / 458 Punkte, Rheinland-Pfalz: 545 / 450, Berlin: 543 / 424 etc.“645

„… Bis zu elf Milliarden Euro im Jahr sollen nun in Deutschland allein für die Förderung von Migrantenkindern ausgegeben werden.“646 „Bis zu 50 Prozent der Migrantenkinder bleiben allerdings trotz maximaler Förderung beispielsweise in Berliner Schulen schon in der zweiten Klasse sitzen, weil sie nicht die einfachsten Kulturtechniken

beherrschen, nicht einmal eine Schere benutzen können.647 Bild 97: Thilo Sarrazin (SPD)

Diese Kinder werden nach offiziellen Angaben überhaupt nur noch deshalb in die nächste Klasse versetzt, weil Plätze für Nachrücker freigemacht werden müssen. Selbiges auch an der westfälischen Pestalozzi-Grundschule in Bergkamen. Dort sind in der ersten Schulklasse im Mai 2010 schon 97 Prozent der Schüler Migranten. Schulleiter Franz-Josef Weite sagt, er bedauere die Entwicklung, und fügt hinzu: „Wir können es ja nicht ändern.“648 [11, Seite 47, 48]

„An 38 Berliner Schulen lag der Migrantenanteil im Jahr 2005 bei mehr als 80 Prozent, an neun Schulen sogar bei mehr als 90 Prozent.“649

„Bremen ist seit Jahren Schlußlicht bei den PISA-Studien, denn hier beträgt der Ausländeranteil in den Grundschulen bis zu 90 Prozent. Man plant nun mit unseren Steuergeldern neue Förderkonzepte. Nein, nicht wie Sie vielleicht jetzt denken könnten, für aufgeschlossene deutsche Kinder, sondern für Migrantenkinder.“650

Als der frühere Berliner Finanzsenator und jetzige Vorstand der Deutschen Bundesbank, Thilo Sarrazin (SPD), diese Zustände Ende 2009 zu kritisieren wagte und auf eine Veränderung drängte, da verunglimpfte man ihn öffentlich als „eindeutig rassistisch.“651

Ein Jahr später wiederholte Sarrazin seine Äußerungen. „Sarrazin warnt vor Verdummung durch Einwanderer“, titelte die Zeitung DIE WELT und schrieb: „Sarrazin provoziert wieder: Einwanderer aus der Türkei, Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten machen seiner Meinung nach Deutschland dümmer.“652

„Angela Merkel erklärte bezugnehmend auf die Äußerungen Sarrazins im Juni 2010:

Es sei zwar richtig, „daß die Bildungsabschlüsse von Schülern mit Migrationshintergrund verbessert werden müssen und der wichtigste Schlüssel dabei die Beherrschung der deutschen Sprache ist“, sie behauptete dann jedoch weiter: „Aber wenn wir genau das fördern und fordern, dann haben diejenigen, die zu uns kommen und in unserem Land leben wollen, große Chancen und bereichern uns alle.“653 [11, Seite 51, 52]

Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel sagte im selbigen TAGESSPIEGEL:

„Mein Eindruck ist: Wenn es so weitergeht, dann nimmt durch die Teilnahme von Herrn Sarrazin auch die durchschnittliche Verdummung des Bundesbank-Vorstands zu.“ Er hoffe, „daß der Bundesbank-Präsident Herrn Sarrazin endlich genug zu tun gibt, damit er sich nicht ständig mit Dingen beschäftigt, von denen er offensichtlich keine Ahnung hat“.

Dem hält der stern entgegen: „Türkische Migranten ohne Berufsabschluß: 72 Prozent, Migranten ohne Berufsabschluß: 44 Prozent, Migranten im Alter zwischen 22 und 24 Jahren ohne Berufsabschluß: 54 Prozent, erwerbslose Migranten: 29 Prozent, einkommensschwache Migranten: 43,9 Prozent etc.“654



Alltagserfahrung kontra Staatsräson

Auch die Bildung würde Gabriel gerne zu seinem großen Thema machen. Aber mit der Bildung ist das so eine Sache. Alle fordern mehr Geld, aber keiner weiß so recht, wo es herkommen soll. Zwei Milliarden Euro vom Bund für den Einsatz von Schulsozialarbeitern fordert Gabriel. Die zündende Idee hat auch er noch nicht gefunden, er liebäugelt damit, den Wohlhabenden einen Teil ihres Reichtums abzuknöpfen. Aber das ist verfassungsrechtlich heikel. Und dann ist da noch ein Problem: das Thema Schule. Es spaltet. Gabriel weiß, wie schnell die Eltern auf die Barrikaden gehen, wenn die Politik ihnen in die Erziehung hineinredet. Die Tücken zeigen sich auch, als er mit rund 40 Schülern einer Mainzer Realschule diskutiert, die vor kurzem mit einer Hauptschule zusammengelegt wurde. Für „kompletten Schwachsinn" hält eine Zehntklässlerin das eigene Kombi-Schulmodell: „Der Hauptschüler ist am Ende überfordert, der Realschüler unterfordert."

Naja, kontert Gabriel leicht irritiert, so leicht sei die Sache ja nicht. Gerade die Kinder von Einwanderern, die die Hauptschule oft ohne Abschluß verließen, hätten im Kombi-Modell doch bessere Chancen. Naja, sagt die Zehntklässlerin, sie behaupte jetzt mal „ganz dreist", daß die hohe Zahl der Abbrecher unter Einwandererkindern damit zu tun habe, daß sie sich nicht richtig integrierten. „Sachte, sachte", sagt Gabriel. Aber Ruhe bringt das nicht.

Als eine andere Schülerin sich beklagt, die Hauptschüler würden das Leistungsniveau drücken, wirft Gabriel ihr ein „entsetzliches" Menschenbild vor. Die Schüler blicken ein wenig verdutzt drein. Aber Gabriel bleibt dabei. Solche Thesen hört er schon genug. Von Thilo Sarrazin zum Beispiel.“655

„Folgende Aufstellung zeigt den Anteil unter den 25-36-jährigen ohne Berufsabschluß in Deutschland: Türkische Staatsangehörige: 54%, „Deutsche türkischer Herkunft": 33%, sonstige Ausländer: 30%, Deutsche „sonstiger" Herkunft: 21%, Spätaussiedler: 14%, Deutsche ohne Migrationshintergrund: 12%“656

Volkmar Weiß, Intelligenzforscher und Leiter der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig erklärt: „Die mit Abstand höchsten Kinderzahlen verzeichnen Familien mit Migrationshintergrund, während die Intelligenz ohne diesen Hintergrund im Gebärstreik verharrt. ‚Eine derartige Entwicklung ergibt für die Erhaltung des sozialen Friedens eine schlechte Prognose, wenn diese neue Unterklasse durch doppelt so hohe Kinderzahlen wie die deutsche Bevölkerung und weitere Zuwanderung immer weiter wächst und schon innerhalb der nächsten zehn Jahre die Mehrheit der aktiven Bevölkerung, ganz sicher aber unter den Kindern und Jugendlichen in zahlreichen Großstädten der alten Bundesländer stellen wird.‘“657

Der Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) hat dazu aufgerufen, die Einwanderung nach Deutschland als Chance zu begreifen, statt „ständig über die Probleme zu klagen.“

Gleichzeitig legt die Bundesregierung ein neues Programm im „Kampf gegen Rechts“ auf.

Unter dem Motto „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ will man besonders Jugendliche zu „demokratischen Verhalten, zivilem658, Engagement Toleranz und Weltoffenheit“ erziehen.“659


Thorsten Hinz schreibt: „Dabei ist längst klar, daß Armut nicht nur einen materiellen Status bezeichnet, sondern oft mit seelischen, geistigen und sittlichen Verwahrlosungen zusammenhängt. …

Man kann davon ausgehen, daß die meisten der armen Kinder aus Familien stammen, in denen Armut erblich ist. Daraus ergibt sich, daß die Länder mit der geringsten relativen Kinderarmut einen IQ-Zuwachs aufweisen, während in Ländern wie Deutschland, wo die Armen-Quote steigt, der Durchschnitts-IQ entsprechend sinkt, auch wenn er mit aktuell 100 immer noch relativ hoch ist. Am besten schneiden Hongkong und Finnland mit 107 ab, die Türkei liegt bei 90. Bildungsexperten raten nun, intellektuellen Kompetenzerwerb vom sozialen Hintergrund zu entkoppeln und „Bildungsferne“ (der Begriff suggeriert, daß es keine Dummen mehr gibt) durch Sozialtechnik auszugleichen. Der Ruf nach Gemeinschaftsschulen, wo die Arzttochter dem Macho mit Mangel-IQ von der ersten bis zur zehnten Klasse beispringt und im Gegenzug Sozialkompetenz erwirbt, wird immer lauter. Doch solche Vorschläge sind illusorisch, ja menschenverachtend. Das legen die Forschungsergebnisse nahe, die Heiner Rindermann im Aufsatz „Was messen internationale Schulleistungen?“660 zusammengefaßt hat. Danach ist Bildung „eingebettet und beeinflußt von Kultur. Bildung ist nicht nur institutionell, sondern auch familiär, schließt Erziehung ein." Rindermann hebt den Zusammenhang zwischen kulturellen, gesellschaftlichen, politischen sowie wirtschaftlichen Merkmalen und den Ergebnissen in Intelligenz- und Schulleistungstests „eines Staates auf Staatenebene“ hervor. ‚Kognitive Fähigkeiten sind ein sensibler Indikator für gesellschaftliche Zustände und gesellschaftliche Entwicklungen.‘ Mit anderen Worten:

In modernen Gesellschaften ist der IQ höher als in vormodernen. Rindermann geht noch weiter und berührt in vorsichtigen Wendungen ein absolutes Tabu der demokratischen Gesellschaft: ‚Bildungseffekte müssen genetische Faktoren nicht unbedingt ausschließen und umgekehrt.‘

Schlechte Aussichten also für Deutschland. Moderne Gesellschaften betreiben, anscheinend einem inneren Gesetz gehorchend, die eigene Zerstörung. Unter dem Motto von Gleichheit und Gerechtigkeit zeigt der Sozialstaat sich um so großzügiger, je leistungsschwächer und dümmer die Eltern und ihre Kinder sind. Für Wissenschaft und Begabtenförderung fehlt dann natürlich das Geld. Hinzu kommt, daß die Zuwanderung, statt aus modernen und bildungsorientierten, aus archaischen Gesellschaften erfolgt, und zwar aus deren Unterschichten.

So weisen die migrantischen Jugendlichen in Kreuzberg einen durchschnittlichen Intelligenzquotienten von 86 auf, ein alarmierendes Unterschichtenindiz, denn erst ab 105 beginnt die höhere Gesellschaftsfähigkeit. Der durchschnittliche IQ in den deutschen Hochleistungszentren München und Stuttgart liegt bei 112, aber irgendwann wird man sich auch dort den Folgen der demographischen Umschichtungen nicht mehr entziehen können. Mit dem Mut zum Zynismus könnte man die falsche bzw. unterlassene Sozial-, Familien-, Bildungs-, Bevölkerungs- und Zuwanderungspolitik in Deutschland als Negativ-Eugenik, als Züchtungsprogramm für den Abstieg zusammenfassen.“661

Vor allem durch seine außereuropäische Zuwanderung verändere sich das Volk. „Das behauptet der Journalist Udo Ulfkotte in seinem Buch „Alptraum Zuwanderung“ und meint, daß Deutschland dadurch wirtschaftlich immer tiefer rutscht. Er erklärt, daß die TIMES662 die Deutschen mit einem Durchschnitts-IQ von 107 einst für eines der intelligentesten Völker des Planeten hielt (Südkorea 108, Japan 105), nun aber aufgrund der Zuwanderung von Menschen aus Ländern mit einem niedrigeren Durchschnitts-IQ (Türkei 90, serbische Roma 70, Nigeria 67, Guinea 59) auf Rang 100 abgerutscht seien.“ [13, Seite 31]


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